Über das Paradies

Angekommen im digitalen Zeitalter, liefern sich Menschen erbitterte Debatten über Glaubensfragen, verlieren durch fundamentalistischen Terror und pseudoreligiöse Kriege ihr Leben. Und die, die morden und brandschatzen, geben vor zu glauben, dass sie sich auf diese Weise den Weg ins Paradies freimachen. Wie soll denn ein Paradies aussehen, dessen Weg über Blutpfade führt, die man selbst mit angelegt hat? Dazu aber vielleicht mal mehr…

Ich mache mir Gedanken — sehr viele Gedanken: über das Leben, über die Menschen und meinen Platz darin und unter ihnen. Ich grüble nicht. Grübeln ist nicht gut — denken schon. So stahlen sich in einem Moment der Stille folgende Zeilen in meinen Kopf:


Paradies

Stell dir vor, wenn du tot bist,

bist du einfach tot.

Stell dir vor, da ist nichts —

kein Paradies, wirklich gar nichts, 

alles leer.

Stell dir vor, dass wenn du tot bist

und da nichts mehr ist,

dir noch ein einziger Moment

geschenkt wird,

bevor du im Nichts verschwindest.

Stell dir vor, du machst dann

die bittere Erkenntnis,

dass du die Chance verpasst hast,

im Paradies zu leben,

du dich aber selbst

aus diesem vertrieben hast.

Wäre es nicht besser für alle zu glauben, dass da nichts mehr ist nach dem Tod, dass wir selbst es sind, die unser Paradies oder eben unsere Hölle schaffen — hier auf Erden?

Wäre das wirklich nicht besser so?

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