Kaffee — viel mehr als nur ein Heißgetränk


Dieses Foto entstand bei Eataly in Rom, einem — dem Schlaraffenland, wo dem Liebhaber der italienischen Küche förmlich jeder Wunsch von den Lippen abgelesen wird.

http://www.eataly.net/it_it/negozi/roma/

Ich war dort mit Andreina, meiner lieben Freundin. Nach Jahren hatten wir es geschafft, dass sie mir „ihr” Rom zeigen konnte. Kennengelernt hatten wir uns dadurch, dass wir damals in Neustadt/Wstr. die Wohnung unter ihr bezogen. Als sie hörte, dass bald ein Soldat mit Frau und Kind unter ihr wohnen würde, war ihr unbehaglich. Sie hatte viele Jahre in Stuttgart gelebt und stand möglicherweise noch ganz unter dem Eindruck der dortigen Kehrwoche, welche Menschen zu Sklaven sauberer Gehwege machte. Sie hatte wohl die Befürchtung, mit einem Soldaten in unmittelbarer Nähe wäre es fortan vorbei mit der Beschaulichkeit. Aber sie kannte uns nicht. Und als wir einander begegneten, waren ihre Bedenken sofort verflogen. Es entstand eine wunderbare Freundschaft, welche bis zum heutigen Tag anhält.

Wer als nicht Eingeweihter in Italien einen Caffè bestellt, wird sich über das Pfützchen in der Tasse wundern, welche über den Tresen gereicht wird. Format und Stärke entsprechen einem Espresso. Wer es größer und weniger stark haben möchte, bestellt sich einen Caffè americano. Latte macchiato  oder Cappuccino trinkt der Italiener, wenn überhaupt, nicht nach dem Vormittag — aber das nur nebenbei.

Wenn ich an Italien denke, dann sehe ich auch kleine Gassen, die nach Caffè duften, ich sehe Menschen, die schon morgens munter miteinander plaudern. Auch für mich beginnt der Tag mit einem Kaffee. Ohne würde mir etwas fehlen.

Ich liebe den Duft frisch gemahlener Bohnen aus der lokalen Rösterei, die nun schon seit einigen Jahren ihre Kunden mit leckersten Sorten verwöhnt, und zwar hier:

http://www.kaffeeroestereibaum.de

In einer Region der Teetrinker befindet sich nun also der Kaffee zu meiner Freude auf einem ungebremsten Siegeszug. Aber auch außerhalb Ostfrieslands erleben wir einen Kaffeeboom — mit der Folge, dass auch Dank kleiner Röstereien die Geschmacksvielfalt immer größer wird. So kann ich mir auch immer wieder Kostproben von unterwegs mitbringen.

Mein Morgenritual besteht u.a. darin, dass ich zuerst das Radio und dann die Kaffeemaschine einschalte. Manchmal bereite ich ihn auch klassisch-einfach in einem Espressokocher auf dem Herd zu. Ich mag dieses brodelnde Geräusch und den Duft, der sich nach und nach in der Küche ausbreitet. Je nach Zubereitungsart kann dieselbe Bohne sehr verschieden schmecken. Mit der ersten Tasse Kaffee starte ich in den Tag, den ich mit Spannung erwarte. Neben all den Aufgaben, die einen erwarten, geschehen oft auch unerwartete und überraschende Dinge — wenn man diese als solche wahrnimmt. Trotz der täglichen Routine ist eben nicht jeder Tag gleich. Man meint das manchmal nur so, weil man gefangen ist in seinem oft selbst geschnürten Korsett. Tagsüber bedeutet die Tasse Kaffee für mich auch ein Innehalten — und sei es nur für einen Moment. Ich denke, so kleine Ruheinseln sind sehr wichtig und man sollte sie sich schaffen, wenn es die Zeit erlaubt. Auch das ist meistens der Fall. Man denkt oft nur, dem sei nicht so. Und auch weil er mich immer wieder dazu anhält, mich für einen Moment aus der Betriebsamkeit des Alltags auszuklinken, ist Kaffee für mich viel mehr als bloß ein Heißgetränk…

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