So ein Katzenleben


Manchmal stelle ich mir vor, ich wäre eine Katze oder ein Hund. Ersteres halte ich für attraktiver, denn Hunde haben Herrchen, während Katzen Personal haben. So ein Katzenleben währt manchmal allerdings nicht so lange, vor allem wenn die Mieze draußen auf Streifzüge geht. Deshalb haben Katzen wohl auch sieben davon — sagt man zumindest.

Dieses Exemplar hier heißt Irma und wohnt bei meiner Freundin und deren Familie. Ich selbst habe keine, auch wegen meiner Allergie. Das interessiert Vertreter dieser Spezies jedoch nicht. Im Gegenteil — sie suchen geradezu meine Nähe.

Zwei Dinge, welche mir total wichtig sind, sind Authentizität und Freiheit. Während wir Zweibeiner jedoch nicht immer auf Gegenliebe stoßen, indem wir diese auch leben, wird genau das Katzen nachgesehen. Sie werden dafür geradezu geliebt. Gleichzeitig verbindet man mit ihnen Mysteriöses — ein weiterer Grund, warum sie auf viele Menschen so faszinierend wirken. Im alten Ägypten wurden Katzen sogar als Götter in Tiergestalt verehrt.

So schreitet eine Mieze zuweilen majestätisch auf ihren Samtpfoten durchs Leben, während von dem oder den Menschen an ihrer Seite für ihr leibliches Wohl und Gedeihen gesorgt wird. Aber im Gegensatz zu einem Hund, der von seinem Herrchen oder Frauchen nahezu abhängig ist, kann sich eine Katze hervorragend selbst ernähren und bewahrt sich auch dadurch ihre Unabhängigkeit. Ich denke, so eine selbst erbeutete Maus ist ohnehin ein besonderes Leckerchen. Die schmeckt nämlich auch nach Freiheit.

Und während draußen die Welt tobt, wir Menschen mit Dingen konfrontiert werden,  welche wir weder hören noch sehen oder gar anpacken wollen, feiern Irma und ihre Freunde ihr autonomes Leben, etwas, das auch wir Menschen uns so sehr wünschen. Tja, Katze möchte man manchmal sein…

Lebensgeschenke

Wir werden geboren ohne zu wissen, was das Leben mit uns vorhat. Während unserer Reise müssen wir uns Herausforderungen stellen, welche uns zuweilen an die Grenzen unserer Belastbarkeit führen oder sogar über diese hinaus. So haben am Ende ihres Lebens die meisten von uns schwere Pakete gestemmt, was uns auch zu dem macht, wer und was wir sind. Bei manchen Aufgaben haben wir auch keine Wahl, ob wir uns diesen stellen oder nicht. Wir kommen nicht an ihnen vorbei. Dieses wissend, nehmen wir sie an — oft ohne zu zögern oder zu hinterfragen.

Anders verhält es sich mit Lebensgeschenken. Anstatt diese dankbar anzunehmen, fragen wir uns oft, wie es dazu kommt. Wir sind argwöhnisch, denken, es müsse einen Haken geben. Wir haben Angst, uns an ihnen zu erfreuen, da wer hoch fliegt, tief fällt. Aber warum?  Warum schaffen es viele nicht, den Glücksmoment zu genießen? Warum berauben wir uns dieses wunderbaren Kraftquells, der uns für Zeiten stärkt, die uns so viel abverlangen? Warum umarmen wir es nicht einfach, dieses Glück, welches uns genau in diesem einen Aufenblick widerfährt? Warum zerreden oder -denken wir die Schönheit des Augenblicks? Viel lieber sollten wir ohne Argwohn das Positive annehmen und nicht darauf warten, dass etwas Negatives eintritt, sollten die Geschenke des Lebens mit allen Sinnen genießen und in uns aufsaugen…

Lass dich ein


Diesen Moment habe ich in Amsterdam eingefangen. Wenn ich mich mit meiner Kamera auf Streifzug begebe, drücke ich manchmal einfach drauflos. Ich bleibe nicht stehen oder verharre nur kurz, schaue zuweilen nicht einmal durch den Sucher. Dadurch wird die Kamera quasi zu meinem dritten Auge, welches mir zusätzlich Eindrücke über Orte verschafft, an denen ich mich aufhalte. Selbstverständlich wird beim Sichten vieles gelöscht. Ein Vorteil der digitalen Fotografie besteht jedoch darin, dass man sich auch mal wildes Geknipse leisten kann. Zurück bleiben aber auch kostbare Momente wie dieser, in dem ich im Vorbeigehen die Stimmung auf diesem Platz einfing.

Menschen und wie diese interagieren fotografiere ich besonders gern. Was deren Begegnungen betrifft, kann man von Land zu Land Unterschiede feststellen. Amsterdam finde ich sehr lebendig. Das liegt auch daran, dass diese Stadt ein wahrer Schmelztiegel und natürlich auch für Touristen sehr attraktiv ist. Ich selbst habe Niederländer als offen und kommunikativ erlebt. Auch dieses ist ein Grund, warum ich gerne in die von uns 60km entfernte Provinzhauptstadt Groningen fahre. Dort ist es herrlich bunt — ein willkommener Gegensatz zu norddeutscher Akkuratesse.

Ob die Menschen auf diesem Foto einander kennen, weiß ich nicht. Bei dem Herrn, welcher seine Kamera auf die Tauben richtet, gehe ich davon aus, dass er mit den anderen nicht irgendwie verbunden ist. Während er diesen Augenblick festhalten und vielleicht zu Hause mit Freunden und Familie teilen möchte, erleben die Mädchen, welche in die Richtung des Mannes schauen, der die Tauben füttert, gemeinsam mit diesem den Moment. Sie freuen sich jetzt, während der Tourist dieses vielleicht auch tut, aber anders oder gar später beim Betrachten der Fotos.

Gehen wir aber mal davon aus, dass der Mann und die Mädchen sich nicht kennen, zumindest zum Teil. Stellen wir uns vor, da begegnen einander Menschen, die in keiner Weise miteinander zu tun haben, aber sich gemeinsam an diesen Augenblick erfreuen — ist es nicht auch das, was Begegnungen mit anderen ausmacht — Schönes miteinander zu teilen? Wie schwer fällt es manchen jedoch, sich auf solche Momente, auf Unbekannte und Unbekanntes einzulassen? Dabei ist dieses die Grundvoraussetzung dafür, dass etwas Besonderes erwächst. Warum brauchen manche das sichere Terrain des Bewährten, um sich auf andere einzulassen, wenn sie dieses überhaupt tun? Warum sind manche Kreisläufe nach außen geschlossen, warum grenzen wir uns von Unbekanntem ab? Was bremst unsere Neugier auf andere? Ich denke, es sind in erster Linie Furcht und Misstrauen, welches oft in ersterer begründet liegt. Schade drum: wer es schafft, offen auf andere zuzugehen, mit einem unerlässlichen Vertrauensvorschuss, hat die Chance auf wunderbare Begegnungen. Dieses bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass wir sehenden Auges von eine Katastrophe in die nächste stürzen und jegliche Vernunft ausblenden sollten. Sich zu öffnen bedeutet jedoch auch, verwundbarer zu sein. Aber Erfahrungen zu machen, die nicht immer positiv sind, gehört eben zum Leben und individuellen Reifeprozess.

Wichtig ist es auch zu differenzieren, zu wissen, dass man mit einem Menschen Erlebtes nicht auf andere übertragen kann, da es sich sowohl um eine andere Person als auch Situation handelt. Diese Erkenntnis macht frei dafür, sich einzulassen und Menschen zu entdecken, die vielleicht zu Weggefährten werden.

Einfach, lecker, Kartoffel


Wenn nicht spanische Seefahrer die Kartoffel in Südamerika aufgestöbert und auf ihren Schiffen nach Hause mitgenommen hätten, hätte diese Knolle Europa dennoch erobert? Mit Sicherheit — wenn vielleicht auch etwas später. Kaum ein anderes Nahrungsmittel kommt so vielseitig daher wie sie. Sie wird gepresst, gestampft, püriert, geschnitten, landet im Kochtopf, Backofen oder in der Bratpfanne.

Bis in den Oktober hinein wird das Ackergold geerntet, welches ich in allen Varianten mag — so wie hier auch mal ganz puristisch. Wichtig ist es wie generell beim Kochen, dass man für ein optimales Geschmackserlebnis möglichst gute Qualität verarbeitet. Eine meiner Lieblingssorten ist übrigens die Linda, welche vor einigen Jahren fast im Schlund von Raubtierkapitalisten verschwunden wäre, hätte es nicht einen Sturm der Entrüstung gegeben und wäre sie nicht durch die Initiative einiger Biobauern gerettet worden.

Dieses hier ist ausnahmsweise keine Linda, aber eine andere schmackhafte Biokartoffel, die ich für 30, 40 Minuten gekocht habe. Ob das Ende der Kochzeit, welche je nach Größe variiert,  erreicht ist, ergibt die Pieksprobe. Ich koche immer ein paar mehr. Dann gibt’s am nächsten Tag Bratkartoffeln oder Tortilla.

Über meine habe ich einen Schuss Arganöl gegeben. Sie verträgt sich aber auch sehr gut mit dem geschmacksintensiven Leinöl, welches überdies mit einem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren aufwartet. Fleur de Sel, die Blume aus den Salzgärten am Mittelmeer, kitzelt noch mehr Geschmack aus der Knolle heraus. Die Creme besteht aus griechischem Joghurt und Quark — je sahniger, desto besser. Schnittlauch, Kresse, Pfeffer, Salz machen diese zu einer perfekten Begleitung.
Hier kommt die Einkaufsliste:

Linda-Kartoffeln oder andere schmackhafte

Griechischer Joghurt

Sahnequark

Schnittlauch

Kresse

Pfeffer

Salz

Argan- oder Leinöl

Auf Mengenangaben habe ich verzichtet, da diese je nach Anzahl der Esser und Appetit stark variieren.
Wer dieses einfache Gericht zu sich nimmt, wird einmal mehr feststellen, dass die Kartoffel nicht unbedingt aufwändig verarbeitet zu werden braucht, um einfach lecker zu schmecken…

Drei Worte


Dieses ist ein weiteres Andreina-Foto aus Rom. Möglicherweise waren es zwei Verliebte, welche ihr Gefühl auf dem Asphalt hinterlassen haben oder jemand wollte seinen Schatz mit dieser Botschaft überraschen. „Ich liebe dich” — es gibt kaum eine Wortkomposition, nach deren Hören man sich mehr verzehrt als diese. Sie wird gesprochen, gesungen und in Verse gefasst. Aber was bedeutet es eigentlich, wenn jemand diese drei Worte zu einem andern sagt? Wer jetzt auf eine verbindliche Antwort hofft, wird enttäuscht sein: die gibt es nicht.

Warum jedoch sehnen sich so viele Menschen danach auch zu hören, dass sie geliebt werden? Nun, Letzteres wünschen sich die meisten. Und wenn wir geliebt werden, starten wir auch leichter ins Leben, gedeihen besser. In uns entsteht Urvertrauen, das uns stark macht. Oft sind es die Eltern, von denen man diesen Satz als Erstes hört. Manchmal tun sie das einfach so oder auch, um Verhalten zu rechtfertigen, welches beim Nachwuchs nicht auf Gegenliebe stößt: „Ich liebe dich. Und deshalb ist es meine Aufgabe, dich zu beschützen.” Später kommen andere Menschen hinzu. Teenager spielen oft mit diesen drei Worten, von deren Tragweite sie in ihrem Alter noch nicht viel erahnen. Wie sollten sie auch, wenn sogar Erwachsene z.T. keinen blassen Schimmer haben?  Liebe zu machen bedeutet eben nicht gleich zu lieben und manchmal ist Liebe nur ein Wort, wie es schon Johannes Mario Simmel in einem seiner Romane darlegte.

Aber was ist diese Liebe eigentlich und warum ist es so schwierig, sie zu erklären? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, ist es auch wichtig zu wissen, wer diese drei magischen Worte in welcher Situation äußert und ob dieses Gefühl überhaupt des In-Worte-Fassens bedarf. Wenn man von jemandem hört, dass man geliebt wird, kann dieses unterschiedliche Reaktionen auslösen. Der Angesprochene freut sich über diesen lang ersehnten „Liebesbeweis”, fühlt sich in seinem Gefühl bestätigt, wiegt sich vielleicht in Sicherheit. Gebraucht das Gegenüber diese drei Worte jedoch inflationär und wollen sie gar nicht zu dessen Taten passen, so sind sie ohne Bedeutung oder gar lästig. Manchmal werden sie auch zu einer Schlinge, welche sich immer fester um den Hals legt und einem die Luft zum Atmen nimmt. In solchen Fällen wird der Satz „ich liebe dich” instrumentalisiert, um den anderen zu manipulieren. Weiter kann man nicht von Liebe entfernt sein als in einem solchen Augenblick.

„Ich liebe dich” – diese drei Worte haben nur dann Bedeutung, wenn derjenige, der sie ausspricht, auch wirklich liebt. Was Liebe für mich ist? Geben ohne zu fordern, machen ohne gefragt zu werden, da zu sein, wenn man gebraucht wird, wollen, dass es dem andern gut geht. Das klingt sehr selbstlos — ist es auch. Und da gibt es auch einen Konflikt: während man jemand andern liebt, darf man sich selbst und seine Bedürfnisse nicht außer Acht lassen. Nur wer sich selbst aufrichtig liebt, hat Raum für andere. „Glück ist Liebe, nichts anders. Wer lieben kann, ist glücklich.” Das sind Hermann Hesses Gedanken über die Liebe. Und ja — wer aufrichtig liebt, der wird auf Gegenliebe stoßen, ohne dass er dieses beabsichtigt. Und wenn diese drei Worte von einem Menschen kommen, der liebt, bekommen sie Gewicht. Und dann braucht man sich nicht wie auf dem Foto oben abzuwenden, weil sie ohne Bedeutung sind.. .

Viel mehr als nur eine Stimme


Mal Hand aufs Herz — wer von uns hat sich nicht schon anhand der Stimme eines Menschen von diesem ein Bild gemacht? Je öfter man sie hört, desto klarer scheinen die Konturen. Menschen verlieben sich in eine Stimme, reagieren auf deren Klang, ohne zu wissen, wer sich dahinter verbirgt. Ganze Geschäftszweige leben von diesem Phänomen… Manchmal begegnet man auch demjenigen, dem die mittlerweile vertraut gewordene Stimme gehört, z.B. in der Geschäftswelt. Da kommt auf einmal der Kunde oder Agent zu Besuch, mit dem man bisher ausschließlich am Telefon oder schriftlich kommuniziert hat. Oft ist die Überraschung groß: mit einem Mal fällt das Konstrukt, welches über die Zeit entstanden ist, in sich zusammen. Diese faszinierende Stimme, deren Klang man am Telefon nahezu erlag, will so gar nicht zu der Person passen, die nun vor einem steht. Oder der umgekehrte Fall tritt ein und man ist positiv überrascht. Eine Stimme ist eben nur eine Facette.

Das Phänomen „Stimme” hat mich zu folgenden Zeilen inspiriert:

 

 

Deine  Stimme

 

Deine Stimme,

so weit entfernt,

bahnt sich durch tausend andere

den Weg zu meinem Ohr.

 

Deine Stimme —

viel mehr als eine Welle aus Schall,

die über Flimmerhärchen gleitet,

um zu gelangen in meinen Kopf.

 

Deine Stimme —

auf einmal ist sie so vertraut, ist überall.

 

Deine Stimme —

war sie mir jemals fremd?

Heimat

Schlägt man im Duden den Begriff „Heimat” nach, bekommt man folgende Information: „Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend)”.

Ich habe mal von jemandem Folgendes über Heimat gehört: „Heimat, das sind die Fäden aus tausend Erinnerungen, die einen Menschen halten und binden. Es sind die Fäden, die er manchmal abschneiden möchte, die ihn aber niemals loslassen. Sie machen einen Menschen erst zu dem, was er ist.” Ist Heimat so? Ist man ihr wirklich für immer verbunden? Ist nur derjenige, der Heimat hat?

Für mich ist Heimat vor allem etwas Selbstgewähltes. So wie ich auch Wahlverwandtschaften habe, ist diese für mich nichts Vorgesetztes, Unverrückbares. Und aus diesem Grund ist sie nicht zwingend der Ort, an dem man geboren und aufgewachsen ist, obwohl viele das mit Heimat verbinden. Je nachdem, was man an diesem erlebt hat, treibt es einen vielleicht davon fort, sodass man nie wieder zurückkehren möchte. Wäre er dann auch Heimat? Eher nicht. Andere wiederum bleiben mit der Umgebung, in welcher sie aufgewachsen sind, Zeit ihres Lebens eng verbunden. Das ist dann auch ihre Heimat. Und deren Sog kann so stark sein, dass man immer da bleibt, wo man herkommt, nicht ausprobiert, ob es vielleicht irgendwo noch einen anderen Ort gibt, welcher einem ein Heimatgefühl vermittelt. Sie lässt einen in diesem Fall nicht los bzw. kann man es selbst nicht. Aber nur wer loslässt — sei es auch nur in gewissem Maße — hat die Hände frei…

Heimat und heimelig gehören zu derselben Wortfamilie. Heimeliges ist etwas Vertrautes, Angenehmes. Das trifft es für mich sehr gut. Heimat ist ein Ort, wo ich mich wohlfühle, ich angekommen bin. Das können viele Umgebungen sein. „Home is where your heart is”, sagt der Engländer. Ja, das sehe ich auch so. Und weil das so ist, können auch Menschen Heimat sein. Letztere bedeutet, Wurzeln zu haben, auch wenn diese warum auch immer manchmal gekappt werden. Und m.E. werden sie auch und vor allem von den Menschen gegeben, die an einem Ort sind, weniger als von diesem selbst — selbst wenn er für jemanden beste Voraussetzungen mitbringt, sich heimelig zu fühlen. Aber ein Umfeld wird von den Menschen darin gestaltet. Mag es noch so schön anmuten, wird dieses bedeutungslos, wenn die dort Lebenden es einem nicht erlauben anzukommen oder man selbst es nicht schafft. „Irgendwie ist Heimat auch dort, wo du dich für deine Existenz nicht rechtfertigen musst.” Auch diesen Satz habe ich gelesen. Ja, damit man sich mit Menschen oder Orten heimatlich verbunden fühlt, darf die Herkunft nicht ausschließen, woanders Wurzeln zu schlagen.

Was mich betrifft, gibt es Orte, an denen ich mich zuhause und angekommen fühle. Aber in erster Linie sind es die Menschen dort, die mir dieses vermitteln. Wenn ich an sie denke, wird mir ganz warm ums Herz. Wenn ich nicht bei ihnen bin, hab ich Heimweh — mal mehr, mal weniger. Und da sie an verschiedenen Orten sind, die z.T. weit von mir oder voneinander entfernt sind, ist das manchmal besonders schlimm. Aber wer kennt das nicht? Eine Heimat oder mehrere davon zu haben, ist ein großes Geschenk. Und das gibt es wie vieles nicht umsonst…