Apfelchutney oder der Geschmack von Herbst


In diesem Jahr erleben wir hier im Hohen Norden einen für hiesige Gefilde ungewöhnlich goldenen Herbst, den ich so nur aus meiner alten Heimat kenne. Gut — wir hatten keinen Sommer. Aber dafür ist sie jetzt da, die Sonne, lässt entgangene Sommerfreuden vergessen. Ich genieße dieses Wetter in vollen Zügen, habe nach Jahren wieder meine Laufschuhe angezogen, inhaliere das Licht und die Herbstluft, geprägt durch den Duft nach Verwitterung, den herabgefallene Blätter hinterlassen. Ich möchte ihn einfangen und aufbewahren, diesen Herbst— mit all dem, was ihn ausmacht. Ich lese die Früchte auf, welche er uns schenkt, pflücke Äpfel vom Baum und mache: Apfelchutney.

Das geschieht im Kupfertopf, den ich in einem französischen Supermarkt gekauft habe —ja, Supermarkt. Diese riesigen, Hypermarchés genannten Kaufplätze lassen kaum einen Wunsch offen. Es gibt dort gefühlt alles, und zwar in hervorragender Qualität. Lebensmittel werden gepflegt, sodass sie mit Appetit und Freude weiterverarbeitet und genossen werden können. Bei einem meiner Streifzüge durch Cora, nach denen mein Kofferraum stets voll ist, erstand ich diesen Kupfertopf. Kupfer leitet und speichert Wärme hervorragend, was für die Zubereitung von Marmeladen und Chutneys von Vorteil ist. Dass die Farbe der verarbeiteten Früchte erhalten bleibt, ist besonders schön an Erdbeermarmelade zu sehen. Da Kupfer mit Lebensmitteln eine chemische Reaktion eingeht, wirkt sich das nach meiner Erfahrung außerdem positiv auf den Geschmack aus. Aber das nur am Rande — hier kommt das Rezept:

Zutaten:

1kg         Äpfel

100g      Schalotten

150g       Weinbeeren oder Rosinen

150g       gehackte Pecan- oder Walnüsse

250ml    Apfelessig

600g      Rohrzucker

3Tl          Zimt

Chili aus der Mühle

Äpfel schälen, entkernen und in Stücke schneiden. Zwiebeln fein würfeln. Restliche Zutaten hinzufügen. Der Chili kommt nach ca. einer halben Stunde Kochzeit hinzu. Mit ihm sollte man vorsichtig sein und nach zwei, drei Umdrehungen der Mühle erst einmal probieren. Unter Rühren wird die Masse ca. eine Stunde gekocht, bis sie zu einem weichen Mus mit einheitlicher Farbe zerkocht ist.

Zum Aufbewahren nehme ich am liebsten Weckgläser. Die werden vor dem Abfüllen heiß ausgespült und befüllt, sobald das Chutney fertig ist. Dieses ist ein hervorragender Käsebegleiter. Jedesmal wenn ich das Glas öffne, um davon zu naschen, werde ich an diesen wundervollen Herbst denken. Vielleicht geht es euch auch so…

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s