Im Schlaraffenland 


Wenn ich an Sizilien und seine Küche denke, fällt mir ein, was meine Schwiegermutter zu sagen pflegte, wenn es ihr besonders schmeckte: „Do kännt de Buckel ach noch Bauch sei.“ Das ist Pfälzisch und bedeutet „da könnte der Rücken auch noch Bauch sein“, quasi ein zweiter Magen. Und genau diesen, mindestens einen, wünsche ich mir bei meinen Aufenthalten auf dem für mich leckersten Fleckchen Erde.

Stellvertretend für sizilianisches Street Food und köstlichste Speisen für wenig Geld möchte ich euch an dieser Stelle von unserem Besuch in der Insalateria Green Food erzählen. Sie befindet sich in der Vucciria (Discesa Maccheronai 20), welche von regem Markttreiben und Garküchen geprägt ist. Das dort Zubereitete kann in der engen Gasse laufend, stehend oder sitzend verspeist werden. Diese teilt man sich mit Rollerfahrern und Passanten, also großes Kino inklusive.


Nachdem wir eine wie immer schwierige Wahl getroffen hatten, wurden uns auf der aus einem Kaffeesack gefertigten Tischdecke leckerer sizilianischer Chardonnay und köstlichstes Brot serviert. Es war anschließend für Sizilien und gerade diese Art Lokale ungewöhnlich lange Zeit vergangen, als der sehr freundliche Kellner feststellte, dass man uns vergessen hatte. Der Chef persönlich kam, um sein Bedauern auszudrücken und verkürzte uns die Wartezeit mit einer Portion lecker angerichtetem Spinat. Wir versicherten ihm gleichzeitig, dass er sich keine Gedanken zu machen brauche, da wir schließlich Ferien und somit keine Eile hätten.


Es folgte gegrillter Tintenfisch mit frittiertem Rucola, der ebenso wie die Riesengarnelen köstlich mundete und von hervorragender Qualität war.



Die u.a. mit Salsiccia zubereiteten Involtini aus Kalbfleisch sowie die Kalbsschnitzel setzten das positive Geschmackserlebnis konsequent fort. Man sollte sich spätestens auf Sizilien daran gewöhnen, seine Speisen zu teilen, damit man möglichst viele Gelegenheiten zum Probieren nutzen kann. Oft wird zu diesem Zweck auch schon gleich ein Extra-Teller mit dem Essen gebracht.



Eine weitere Spezialität der sizilianischen Küche sind Cannoli. Das sind knusprige Gebäckröllchen, welche mit Ricotta-Creme gefüllt werden. Überhaupt wird dieser Käse in der lokalen Küche sehr viel verwendet — auch und gerne zur Herstellung von Dolci.

Dieser Cannolo war der leckerste, den ich je verspeist habe — und das waren schon einige. Ich schätze, dass die Röllchen dafür ebenso wie das himmlische Brot vom Bäcker gegenüber geholt werden.


Giovanni, der Chef, strahlte, als er feststellte, wie begeistert wir waren. Nachdem wir schließlich bezahlt hatten, schickte der Kellner uns zu ihm. Glücklicherweise hatten wir der Versuchung widerstanden, einen zweiten Cannolo zu verdrücken, denn Giovanni bereitete vor unseren Augen eine Variante dieses Desserts zu, nämlich einen Cannolo scomposto. Für diesen wird ein Gebäckröllchen bzw. eher eine Rolle grob zerkleinert und in ein Glas gegeben, um sich dort so zerbröselt, eben scomposto, mit der Ricottacreme zu verbinden.

Wir waren nach dem Genuss dieser Komposition noch satter als satt, nämlich pappsatt. Aber wer auf Sizilien nur den Versuch machen sollte, Kalorien zu zählen, kann nur verlieren.

Zum Abschluss gab’s dann auch noch  Küsschen…

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