Trifle mit Aussicht und Heidelbeeren


Was die Aussicht angeht, ist diese ebenso variabel wie die Menge der individuellen Zutaten für diesen Gaumenkitzel. Dieses Foto entstand beim Blick aus einem Fenster in dem zauberhaft verschlafenen Corbère-les-Cabanes im Süden Frankreichs, wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Der Besuch eines vegetarischen Restaurants in Prades, welches ehrenamtlich betrieben wird und Teil eines Gesamtkonzepts ist, hat mich dazu inspiriert, den köstlichen Nachtisch selbst in der Küche zu testen:

http://atelierdelentonnoir.fr/

Die Menge der Zutaten ist wie gesagt variabel. Ich rate euch aber, gleich mehr herzustellen. Am besten schmeckt es, wenn diese Bio-Qualität haben…

Griechischer Joghurt oder Sahnequark

Ganze Mandeln

5-Korn-Flocken

Heidelbeer-Aufstrich oder -Marmelade

Honig

Rohrzucker

Zimt

Die Mandeln werden gehackt und ebenso wie die Flocken in einer beschichteten Pfanne geröstet. Pro Portion empfehle ich 1El Mandeln und 2EL Flocken. 

Der Joghurt bzw. Quark wird mit Zucker und Zimt je nach Geschmack verrührt.

In ein Glas gibt man ca. 1El Heidelbeeraufstrich. Dann kommt eine Schicht Creme, gefolgt von den Flocken und einer weiteren Lage Creme, welche dann von den Mandeln getoppt wird, über die man einen EL Honig vom Löffel gleiten lässt. Hmmmmm…

Nuvole Residenza — eine Galerie als Schlafplatz im Herzen von Palermo

Schon zum vierten Mal in Folge haben wir den Jahreswechsel in Palermo verbracht. Der marode Charme dieser Stadt und ihre wundervollen Menschen haben mich schon beim ersten Besuch in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Diesen Artikel widme ich unserer besonderen Unterkunft, von wo aus wir bei unserem letzten Aufenthalt in das Treiben dieses wunderbaren Fleckchens Erde eingetaucht sind.

Das Besondere an diesen Gästezimmern besteht u.a. darin, dass man quasi in einer Galerie wohnt. Der aus dem 14. Jh. stammende Palazzo wurde über 10 Jahre aufwändig renoviert. Heute erstrahlt das durch den arabisch-normannischen Baustil geprägte Gebäude in neuem Glanz und ist nicht nur für den Kunstfreund eine wahre Augenweide.

Raffaella De Pasquale, die einer Künstlerfamilie entstammt, und ihr Mann Gaetano Cipolla, ebenso Künstler, sind die Inhaber der Nuvole Residenza in dem historischen, von der UNESCO als Weltkulturerbe gelisteten, Stadtteil. Schon der Eingang ist sehr einladend und führt nach wenigen Schritten zur Galerie.

Sehr lecker gefrühstückt wird inmitten von Büchern und Kunstwerken, während man mit einem Mitglied der Familie oder den sehr freundlichen Mitarbeitern ins Gespräch kommt. Auf dem Buffet befinden sich erlesene regionale Produkte, der Orangensaft ist frisch gepresst und für die köstlichen von Raffaella gebackenen Kuchen gibt es auf Nachfrage sogar das Rezept.




Nach dem Frühstück bietet sich ein Rundgang durch die Galerie an, während man von den Gastgebern allerlei Interessantes über die Exponate und die Geschichte der Inhaberfamilie sowie des Gebäudes erfährt. Letztere wird in dem schönen Innenhof dokumentiert, wo sich auch eine Skulptur von Raffaellas Mutter befindet.


Und nun zu den Zimmern: Wir hatten eine Suite mit zwei kleinen Balkonen, von denen der eine den Blick auf eine Kirche freigab, deren Glocken ich nicht einmal habe läuten hören. Obwohl die Nuvole Residenza inmitten der Altstadt liegt, ist es dort ohnehin überraschend ruhig.

Die insgesamt 6 Zimmer und zwei Apartments bzw. Suites sind sehr stilvoll und stimmig eingerichtet. Und auch hier tragen Antiquitäten und Kunst zum Wohlfühlkfaktor bei. Dieses überdimensionale, von Raffaellas Schwester stammende Werk, schmückt eine der Wände des Zimmers, in dem wir untergebracht waren.


Wir haben unseren Aufenthalt sehr genossen und freuen uns auf den nächsten Besuch.

http://www.nuvoleresidenza.it/

Vor der Geduld kommt das Vertrauen 


Das Foto zeigt die wunderbare Maria Callas. Es hängt im Foyer des Teatro Massimo in Palermo, dem drittgrößten Opernhaus Europas. Wie es um die Geduld der bedeutendsten Operndiva des 20.Jh., welche an einer unglücklichen Liebe zerbrach, bestellt war, weiß ich nicht. Aber ich denke, dass sie zumindest was diese betraf, nicht sehr geduldig war, da ihr wohl eines fehlte: Vertrauen.

Über die Geduld gibt es viele Aussagen — auch die, dass sie nicht jedermanns Stärke sei. Eines braucht sie aber auf jeden Fall: Vertrauen. Dieses kann u.a. durch Rituale geschaffen werden. Das ist z.B. für Kinder ganz wichtig. Wenn sie wissen, dass sie sich auf jemanden verlassen können, ihr Urvertrauen angelegt ist, wird dieses dazu beitragen, dass sie sich in Geduld üben. Sie lernen auf etwas hinzuarbeiten, abzuwarten, weil sie sich der Aufrichtigkeit der sie umgebenden Menschen gewiss sind, nicht an deren Gefühlen für sie zweifeln müssen.

Ungeduld ist ihrerseits ein Zeichen von Unsicherheit und Ungewissheit. Wenn man Dinge nicht einordnen kann, fällt es schwer sich einzulassen, darauf zu vertrauen, dass man geduldig abwarten kann, ohne am Ende zu der Erkenntnis zu gelangen, z.B. wertvolle Lebenszeit verloren zu haben, sich verrannt zu haben in eine Idee oder ein sinnloses Projekt.

„Ich glaube an dich, bin da, auch wenn du mich nicht siehst” — mit diesen Botschaften kann man Vertrauen als Basis für Geduld schaffen. Wenn also jemand einen anderen Menschen als ungeduldig empfindet, dann liegt dieses vielleicht wohl auch daran, dass man dieses Gefühl der Verlässlichkeit eben nicht vermittelt hat…

Gefüllte Zucchini-Blüten

Nirgendwo habe ich schönere und üppigere Zucchiniblüten gesehen als auf Sizilien. Normalerweise habe ich auf kulinarischer Ebene keine Berührungsangste, aber bei aller Neugier und Experimentierfreude landete die Leckerei tatsächlich erst heute auf dem Teller. Auf Sizilien präsentieren sich die Blüten so,

während die von

http://www.andronaco.info/standorte/hamburg-billbrook/

mit einem kleinen Fruchtansatz daherkamen.

 

Für die Füllung braucht ihr folgende Zutaten:

 

Für 4 Portionen:

8              Zucchiniblüten

Ca. 50g  Pinienkerne, Pecannüsse oder Nussmischung

1              Handvoll Basilikumblätter

1/2          Handvoll Blattpetersilie

250g       Frischkäse

1  El        Semmelbrösel (selbstgemacht oder vom Bäcker)

4 El         frisch geriebener Parmesan oder Pecorino

1              Eigelb

1 Tl         fein abgeriebene Bio-Zitronenschale

1              Schuss Schlagsahne

Pfeffer, Salz

Werkzeug:

Spritzbeutel — kann man sich selbst aus einem Gefrierbeutel basteln.

Zubereitung:

Pinienkerne bzw. Nüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Fett goldbraun rösten, abkühlen lassen und ebenso wie Basilikum und Petersilie fein hacken.

Frischkäse mit Pinienkernen, Basilikum, Petersilie, Semmelbröseln, geriebenen Käse, Eigelb und Zitronenschale verrühren sowie mit Salz und Pfeffer würzen. Füllung in einen Spritz- bzw. Gefrierbeutel geben, von dem die Spitze angeschnitten wird.

Zucchiniblüten vorsichtig öffnen und die Blütenstempel mit den Staubgefäßen abknipsen. Vorbereitete Füllung in die Blüten spritzen. Blütenspitzen zusammendrehen und die Blüten verschließen. Sollten die Blüten kleine Fruchtansätze haben, werden die an mehreren Stellen eingekerbt.

Dann wird eine ofenfeste Pfanne mit Butter eingerieben und die Zucchiniblüten werden hineingegeben. Anschließend werden sie mit etwas Olivenöl eingepinselt und im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad 15 Min. gebacken.

Die Füllung schmeckt übrigens auch köstlich als Aufstrich auf geröstetem Weißbrot. Da ich bei der Zubereitung der Blüten für niedere Küchendienste eingeteilt war, bestand meine Aufgabe darin, die Blüten zu befüllen, welche mir Martinus entgegenhielt. Dabei handelte ich mir prompt Ärger ein, weil ich immer wieder von der Creme naschen musste. Obwohl ich die fertigen Blüten auch so verspeist hätte, aßen wir sie mit klitzeklein gewürfelten Bratkartoffeln sowie Kalbsmedaillons und Salbeisoße. Das sah dann so aus:

Wofür leben wir?


Dieses Foto entstand an einem Sommertag in Trappeto. Es zeigt Männer, welche die Boote von Anwohnern bewachen. Das sieht nicht wirklich nach schwerer Arbeit, sondern eher recht gemütlich aus. An einem dieser Sommertage machten wir die Bekanntschaft mit Paul. Ich war überrascht darüber, dass er uns auf Englisch ansprach — eher unbekannte Klänge in diesem verschlafenen Ort auf der größten Insel Italiens. Das Rätsel war schnell gelöst: Paul hatte Jahrzehnte in den USA gelebt, nachdem seine Eltern mit ihm und seinen Geschwistern dorthin ausgewandert waren. Vater und Mutter zog es irgendwann wieder in ihre geliebte Heimat, welche ihnen all die Jahre gefehlt hatte. Nun war der Mittfünfziger auch wieder dorthin zurückgekehrt, wo er die ersten Jahre seines Lebens verbracht hatte.

Nur Paul hatte eine gänzlich andere Motivation als seine Eltern, der hektischen Betriebsamkeit seines Lebens in den USA den Rücken zu kehren, um in dem kleinen Trappeto zu leben: Sein Vater ist inzwischen verstorben, die Mutter alleine und hilfsbedürftig. Für Paul stellte sich gar nicht erst die Frage, ob er seine Zelte abbrechen sollte. Der Gedanke, seine Mutter alleine zu wissen, war für ihn unerträglich. Und so gab er sein gewohntes und geschätztes  Leben auf, um an einen Ort zurückzukehren, der ihm fremd geworden und wo er selbst für andere ein Fremder ist. Aber Paul hat eine Wahl getroffen. Ob es eine gute Wahl war, wird sich hoffentlich zeigen. Ich wünsche ihm, dass er in seiner neuen alten Heimat ankommt.

Nachdem ich Pauls Geschichte gehört hatte, erschienen mir die Personen auf diesem Bild in einem anderen Licht. Wer wusste schon, warum sie dort waren, was sie da wirklich machten? Waren sie glücklich damit oder versuchten sie mit der Bewachung der Boote etwas zu ihrem Lebensunterhalt beizutragen — im Gegensatz zu Paul, für den diese Tätigkeit ein Freundschaftsdienst war.

Während ich aber die Männer vor mir beobachtete, wirkten sie entspannt und fröhlich und so dominiert noch heute der Gedanke, dass ihr Aufenthalt unter diesem improvisierten Sonnendach eher dazu diente, sich auszuklinken und das zu tun, wofür wir alle da sind: zu leben. Und genau das sollte man bei allem Beschäftigtsein nicht vergessen: vermeintlich Wichtiges sein lassen und dem als unwichtig Verkannten mehr von uns schenken. Denn auch letzteres ist genau das, woraus wir Kraft für all das schöpfen, was tatsächlich der Erledigung bedarf.

 

Lass dich ein


Diesen Moment habe ich in Amsterdam eingefangen. Wenn ich mich mit meiner Kamera auf Streifzug begebe, drücke ich manchmal einfach drauflos. Ich bleibe nicht stehen oder verharre nur kurz, schaue zuweilen nicht einmal durch den Sucher. Dadurch wird die Kamera quasi zu meinem dritten Auge, welches mir zusätzlich Eindrücke über Orte verschafft, an denen ich mich aufhalte. Selbstverständlich wird beim Sichten vieles gelöscht. Ein Vorteil der digitalen Fotografie besteht jedoch darin, dass man sich auch mal wildes Geknipse leisten kann. Zurück bleiben aber auch kostbare Momente wie dieser, in dem ich im Vorbeigehen die Stimmung auf diesem Platz einfing.

Menschen und wie diese interagieren fotografiere ich besonders gern. Was deren Begegnungen betrifft, kann man von Land zu Land Unterschiede feststellen. Amsterdam finde ich sehr lebendig. Das liegt auch daran, dass diese Stadt ein wahrer Schmelztiegel und natürlich auch für Touristen sehr attraktiv ist. Ich selbst habe Niederländer als offen und kommunikativ erlebt. Auch dieses ist ein Grund, warum ich gerne in die von uns 60km entfernte Provinzhauptstadt Groningen fahre. Dort ist es herrlich bunt — ein willkommener Gegensatz zu norddeutscher Akkuratesse.

Ob die Menschen auf diesem Foto einander kennen, weiß ich nicht. Bei dem Herrn, welcher seine Kamera auf die Tauben richtet, gehe ich davon aus, dass er mit den anderen nicht irgendwie verbunden ist. Während er diesen Augenblick festhalten und vielleicht zu Hause mit Freunden und Familie teilen möchte, erleben die Mädchen, welche in die Richtung des Mannes schauen, der die Tauben füttert, gemeinsam mit diesem den Moment. Sie freuen sich jetzt, während der Tourist dieses vielleicht auch tut, aber anders oder gar später beim Betrachten der Fotos.

Gehen wir aber mal davon aus, dass der Mann und die Mädchen sich nicht kennen, zumindest zum Teil. Stellen wir uns vor, da begegnen einander Menschen, die in keiner Weise miteinander zu tun haben, aber sich gemeinsam an diesen Augenblick erfreuen — ist es nicht auch das, was Begegnungen mit anderen ausmacht — Schönes miteinander zu teilen? Wie schwer fällt es manchen jedoch, sich auf solche Momente, auf Unbekannte und Unbekanntes einzulassen? Dabei ist dieses die Grundvoraussetzung dafür, dass etwas Besonderes erwächst. Warum brauchen manche das sichere Terrain des Bewährten, um sich auf andere einzulassen, wenn sie dieses überhaupt tun? Warum sind manche Kreisläufe nach außen geschlossen, warum grenzen wir uns von Unbekanntem ab? Was bremst unsere Neugier auf andere? Ich denke, es sind in erster Linie Furcht und Misstrauen, welches oft in ersterer begründet liegt. Schade drum: wer es schafft, offen auf andere zuzugehen, mit einem unerlässlichen Vertrauensvorschuss, hat die Chance auf wunderbare Begegnungen. Dieses bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass wir sehenden Auges von eine Katastrophe in die nächste stürzen und jegliche Vernunft ausblenden sollten. Sich zu öffnen bedeutet jedoch auch, verwundbarer zu sein. Aber Erfahrungen zu machen, die nicht immer positiv sind, gehört eben zum Leben und individuellen Reifeprozess.

Wichtig ist es auch zu differenzieren, zu wissen, dass man mit einem Menschen Erlebtes nicht auf andere übertragen kann, da es sich sowohl um eine andere Person als auch Situation handelt. Diese Erkenntnis macht frei dafür, sich einzulassen und Menschen zu entdecken, die vielleicht zu Weggefährten werden.

Drei Worte


Dieses ist ein weiteres Andreina-Foto aus Rom. Möglicherweise waren es zwei Verliebte, welche ihr Gefühl auf dem Asphalt hinterlassen haben oder jemand wollte seinen Schatz mit dieser Botschaft überraschen. „Ich liebe dich” — es gibt kaum eine Wortkomposition, nach deren Hören man sich mehr verzehrt als diese. Sie wird gesprochen, gesungen und in Verse gefasst. Aber was bedeutet es eigentlich, wenn jemand diese drei Worte zu einem andern sagt? Wer jetzt auf eine verbindliche Antwort hofft, wird enttäuscht sein: die gibt es nicht.

Warum jedoch sehnen sich so viele Menschen danach auch zu hören, dass sie geliebt werden? Nun, Letzteres wünschen sich die meisten. Und wenn wir geliebt werden, starten wir auch leichter ins Leben, gedeihen besser. In uns entsteht Urvertrauen, das uns stark macht. Oft sind es die Eltern, von denen man diesen Satz als Erstes hört. Manchmal tun sie das einfach so oder auch, um Verhalten zu rechtfertigen, welches beim Nachwuchs nicht auf Gegenliebe stößt: „Ich liebe dich. Und deshalb ist es meine Aufgabe, dich zu beschützen.” Später kommen andere Menschen hinzu. Teenager spielen oft mit diesen drei Worten, von deren Tragweite sie in ihrem Alter noch nicht viel erahnen. Wie sollten sie auch, wenn sogar Erwachsene z.T. keinen blassen Schimmer haben?  Liebe zu machen bedeutet eben nicht gleich zu lieben und manchmal ist Liebe nur ein Wort, wie es schon Johannes Mario Simmel in einem seiner Romane darlegte.

Aber was ist diese Liebe eigentlich und warum ist es so schwierig, sie zu erklären? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, ist es auch wichtig zu wissen, wer diese drei magischen Worte in welcher Situation äußert und ob dieses Gefühl überhaupt des In-Worte-Fassens bedarf. Wenn man von jemandem hört, dass man geliebt wird, kann dieses unterschiedliche Reaktionen auslösen. Der Angesprochene freut sich über diesen lang ersehnten „Liebesbeweis”, fühlt sich in seinem Gefühl bestätigt, wiegt sich vielleicht in Sicherheit. Gebraucht das Gegenüber diese drei Worte jedoch inflationär und wollen sie gar nicht zu dessen Taten passen, so sind sie ohne Bedeutung oder gar lästig. Manchmal werden sie auch zu einer Schlinge, welche sich immer fester um den Hals legt und einem die Luft zum Atmen nimmt. In solchen Fällen wird der Satz „ich liebe dich” instrumentalisiert, um den anderen zu manipulieren. Weiter kann man nicht von Liebe entfernt sein als in einem solchen Augenblick.

„Ich liebe dich” – diese drei Worte haben nur dann Bedeutung, wenn derjenige, der sie ausspricht, auch wirklich liebt. Was Liebe für mich ist? Geben ohne zu fordern, machen ohne gefragt zu werden, da zu sein, wenn man gebraucht wird, wollen, dass es dem andern gut geht. Das klingt sehr selbstlos — ist es auch. Und da gibt es auch einen Konflikt: während man jemand andern liebt, darf man sich selbst und seine Bedürfnisse nicht außer Acht lassen. Nur wer sich selbst aufrichtig liebt, hat Raum für andere. „Glück ist Liebe, nichts anders. Wer lieben kann, ist glücklich.” Das sind Hermann Hesses Gedanken über die Liebe. Und ja — wer aufrichtig liebt, der wird auf Gegenliebe stoßen, ohne dass er dieses beabsichtigt. Und wenn diese drei Worte von einem Menschen kommen, der liebt, bekommen sie Gewicht. Und dann braucht man sich nicht wie auf dem Foto oben abzuwenden, weil sie ohne Bedeutung sind.. .